Zur Einleitung erstmal was zur Entbindung! Nichts für schwache Nerven. Sonst überspringst du am Besten das erste Kapitel.
Der letzte Termin beim Frauenarzt, kurz vor Ostern, schwanger im siebten Monat. Verkürzter Muttermund, Zitat vom Arzt: Rechnen sie mal mit einem Osterbaby. Am 08. April 2012, Ostersonntag, in den frühen Morgenstunden war es soweit.... Osterfrühstück bei Schwiegereltern, ich so auf dem Klo... Blut im Slip... Keine Panik dachte ich mir! Anruf bei Mama, auch die so... Nö nö, alles gut. Also weiter mit dem Familienbesuch. Am Nachmittag zu meinen Eltern, mich quälten heftige "Bauchschmerzen" und das damit verbundene Übel. Dass das etwas mit dem Baby zu tun haben könnte, auf diese Idee kam ich natürlich nicht. Noch schööön ein Osterspaziergang, die Schmerzen wurden dadurch natürlich auch nicht besser. Abends dann nach Hause, Nadinchen geht von acht bis zwölf alle halbe Stunde pinkeln und quält sich immer noch mit "Bauchschmerzen. Irgendwann gegen eins dann kam ich mal auf die glorreiche Idee im Bad das Licht anzumachen. Hmm... Scheiße, auf dem Boden Blut.Irgendwie bekam ich dann doch mal Angst (das wurde auch höchste Eisenbahn). Konrad wach gemacht. Der völlig korrekt reagiert und den Krankenwagen gerufen. Der Rettungsdienst kam auch prompt, kurze Entscheidung, ab ins Krankenhaus. "Können Sie laufen?", klar denke ich. Und prompt versagten mir ab diesem Zeitpunkt auch die Kräfte. Im Krankenwagen, die Frage: "Wie oft haben Sie denn Wehen?" Plötzlich dämmerte es mir. Ah ja... Wehen also. Gucke so auf die Uhr. Na alle zwei Minuten. Ups. Der Sanitäter versteht wohl alle zehn wie sich später herausstellt (vielleicht habe ich auch mit meinem Berliner Dialekt zwee gesagt, naja). Ankunft im Krankenhaus. Der Arzt und die Hebamme gucken mich so an nach dem Motto: Mäuschen, ganz ruhig, das dauert....
Anschluss an den Wehenschreiber, ich glaube ich lag da nicht mal zehn Sekunden. Mit einem Schrei "Ich muss Ka...***" (feine Damen benutzen ja dieses Wort nicht). Ich mir also alle Kabel wieder abgerissen, renne aufs Klo. Übergebe mich aufs Übelste, hinten lief es auch alles. Die Hebamme mir hinterher, begutachtet mich unten. Mit einem Mal ein sehr freundliches und beruhigendes Lächeln: "Herzlichen Glückwunsch Frau K., ihr Kind hat schwarze Haare. Ich schlage vor, wir verzichten auf das Wehenschreiben und bekommen jetzt ein Kind." Also auf in den Kreißsaal. Mein erster Gedanke. Entspann dich, arbeite mit, dann wird es ganz leicht sein und du hast in ein paar Minuten dein Baby. Und genauso war es dann auch. Ich glaube es waren fünf Stoßwehen, nicht mal fünf Minuten und dann war der Kleine Jonas da. Es verging also nicht mal ne Stunde im Krankenhaus seit der Ankunft. Konrad haben wir in der Zwischenzeit, oder besser der zuständige Arzt, angerufen mit den Worten: "Machen Sie mal ganz in Ruhe. Ihre Freundin wird am nächsten Morgen oder Tag ihr Kind bekommen." Da war schon längst klar, dass er es nicht mehr rechtzeitig bis zur Entbindung schaffen würde.
Naja, so war Jonas dann da. Konrad kam auch nach ein paar Minuten und so konnten wir gemeinsam den Kleinen in die Arme nehmen. Leider nicht allzu lange, denn er musste sofort auf die Frühchenstation in den Brutkasten. Drei Wochen Aufenthalt im Krankenhaus und dann durften wir nach Hause.
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